20.04.2026

Concordia-Quartier Stutensee feiert Richtfest

In Stutensee-Blankenloch wächst an der Hauptstraße ein Quartier mit 17 barrierefreien Wohnungen, Café und Arztpraxen. Warum die Stadt von Vielfalt in der Mitte spricht. | von Marianne Lother

Das Concordia-Quartier ist ein Leuchtturmprojekt für zukunftsweisendes Bauen, Wohnen und Leben mitten in der Stadt. Vorhabenträger ist die Seeger Vermögensverwaltung GmbH mit ihrer Mehrheitsgesellschafterin, der Seeger & Dürr Stiftung, allen voran Andreas Dürr. Der Gemeinderat hatte das Vorhaben bereits im Jahr 2019 zum Pilotprojekt für Innenentwicklung erklärt. Nun wurde das Richtfest gefeiert.

Das Interesse der Bevölkerung war riesig. Mengen an Besuchern strömten in das noch im Rohbau befindliche Gebäude direkt neben der S-Bahnhaltestelle „Kirche“ an der Hauptstraße. Bereits der Slogan des Projekts „lebendig, bunt und mittendrin“ lässt einen innovativen sozialen Ansatz erkennen.

Concordia-Quartier setzt auf Wohnen und Pflege

Das Concordia-Quartier verbindet modernes, generationenfreundliches Wohnen mit einem starken sozialen und pflegerischen Ansatz. Andreas Dürr bezog alle Beteiligten in seine Begrüßung ein und zeichnete ein deutliches Bild von einem ineinandergreifenden Netzwerk der am Bau beteiligten Firmen und sozialen Einrichtungen.

17 barrierefreie Wohnungen bilden einen Grundstock an Mietwohnungen. Dazu kommen 18 Einheiten Betreutes Servicewohnen zur Miete, betreut von der Evangelischen Stadtmission Karlsruhe Sozialstation gGmbH. Deren Servicebüro ist direkt im Quartier angesiedelt. „Damit bringen wir professionelle, diakonisch geprägte Pflege und menschliche Nähe direkt in die Ortsmitte von Blankenloch“, so der Geschäftsführer der Sozialstation, Kai Käßhöfer.

Sozialstation verzahnt Pflege mit weiteren Angeboten

Das Angebot vor Ort umfasst ambulante Pflege und Betreuung nach individuellem Bedarf, hauswirtschaftliche Unterstützung wie Einkaufen und Reinigen, Akutversorgung, Beratung und Entlastung für Bewohner und deren Angehörige sowie die nahtlose Verzahnung mit weiteren Angeboten der Stadtmission im Seniorenzentrum Stutensee.

Eine kleinere Wohneinheit bietet neun Studierenden Raum, die auf Wunsch im Rahmen der Nachbarschaftshilfe tätig werden können. Eine Frauenarzt- und eine Kinderarztpraxis, ein Betreuungsbüro für ambulant betreutes Wohnen und ein Außenbüro der Jugendeinrichtung Schloss Stutensee sind ebenfalls vertreten.

Deren Geschäftsführer Jens Brandt war von Dürrs Angebot, bei diesem Projekt dabei zu sein, sofort begeistert. „Ausschlaggebend waren die zentrale Lage mit direkter Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr und das integrative Konzept, das verschiedene beteiligte Personengruppen unter einem Dach vereint“, erklärte Brandt.

Und darüber hinaus der Name Seeger & Dürr, der sich aktiv regional gesellschaftlich einbringt. Seit 2019 begleitet die Stiftung die Jugendeinrichtung intensiv mit verschiedenen Unterstützungsangeboten. Seien es finanzielle Hilfen, seien es Netzwerke als Erweiterung der Ausbildungsangebote.

Café soll das Gesicht des Quartiers werden

Direkt von der Straße aus betritt der Besucher ein Café, das Andreas Dürr von Anfang an als „das Gesicht des Quartiers“ bezeichnet hat. Dazu gehört ein kleiner Verkaufsbereich für den täglichen Bedarf.

Dieses Café wird die Lebenshilfe Karlsruhe Ettlingen und Umgebung in Zusammenarbeit mit Samocca betreiben. Samocca ist ein Café-Projekt der Ostalb-Werkstätten.

Im Concordia-Quartier wird es als Ort der Begegnung Plätze für 40 Gäste bieten. Es leistet einen Beitrag zur innerörtlichen Nahversorgung und zum sozialen Miteinander, was gerade den künftigen Bewohnern der Betreuten Wohnungen besonders zugutekommt. Insgesamt entsteht ein neuer lebendiger Treffpunkt im Zentrum der Gemeinde.

„Wir werden mit unserem Samocca Concordia – Café mit Laden für den täglichen Bedarf einen lebendigen und vielfältigen Begegnungsraum in dem neuen Concordia-Quartier entwickeln und können damit Menschen mit Behinderung attraktive Arbeitsplätze bieten“, freut sich Lebenshilfe-Vorstand Michael Auen. Zwölf Menschen werden hier Beschäftigung finden.

Oberbürgermeisterin Petra Becker (parteilos) bezeichnete das Concordia-Quartier als „ein Quartier, das bewusst auf Vielfalt setzt“. Die genannte Mischung mache den Unterschied. Sie schaffe kurze Wege, Leben und Begegnung und werde ein neuer Mittelpunkt für Blankenloch. Auch die Baubürgermeisterin Tamara Schönhaar hob gegenüber dieser Redaktion die Gemeinschaftsleistung der Beteiligten hervor. Eine gemeinsame Vision werde hier Schritt für Schritt Realität. „Denn eine starke Stadt“, so Petra Becker, „entsteht nicht am Rand – sie wächst aus ihrer Mitte heraus.“

Link zum Original-Artikel: https://bnn.de/karlsruhe/karlsruher-norden/stutensee/concordia-quartier-in-blankenloch-feiert-als-projekt-der-vielfalt-richtfest